Es gibt zwei Verfahrensweisen für den Zugriff auf E-Mails
- Lokal installiertes E-Mail Client Programm
Viele Internetnutzer rufen Ihre E-Mail über einen auf Ihrem PC lokal installiertes E-Mail Client Programm (Microsoft Outlook, Pegaus Mail, Eudora, Lotus Notes, …) auf.
- Browser basierendes E-Mail Client Programm
WebMail Clients auf dem Server ermöglichen es dem Benutzer, seine E-Mails mittels eines Browsers direkt auf dem Mailserver zu lesen, so dass der Benutzer direkt auf seine neuen Nachrichten zugreifen kann (z.B. von unterwegs) und dies ohne dass zuvor auf dem PC etwas installiert werden muss.
Bei der Einrichtung eines Servers (mit Mailserverfunktion) stellt sich daher die Frage, welches WebMail Client Programm man zur Verfügung stellt.
Plesk 9.2 bietet in der Administrationsoberfläche die Möglichkeit, die für den Kunden verfügbaren WebMail-Clients anzugeben.
Augenblicklich stehen bei Plesk
- Horde 4.1.6 und
- AtMail 1.02
zur Auswahl.
Daher werde ich meine Kurzbetrachtung auf diese beiden Programme beschränken.
Abwägung der serverseitigen WebMail Clients
Versionsstände
Horde
Die Versionsnummer 4.1.6 von Horde spricht für eine fortwährende Weiterentwicklung, das Programm ist aus den Kinderschuhen herausgewachsen, längjährig erprobt und arbeitet daher sicher zuverlässig.
Auf der anderen Seite kann ich die Plesk angegebene Versionsnummer 4.1.6 nicht ganz nachvollziehen, denn laut Horde-Projektseite ist die derzeitige (Stand: 12. Januar 2010) aktuelle Version Horde 3.3.6.
AtMail
Das WebMail-Programm AtMail hat hier mit der Versionsnummer 1.02 eine viel kürzere Historie, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Rein optisch kommt es mit einer gefälligeren Oberfläche daher und als Frameworkbasis wird Zend verwendet, was ich auch als Pluspunkt bewerten würde.
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Lizenzpolitik
Horde
Horde steht als Programmpaket (Anmerk.: das WebMail-Modul nennt sich IMP) unter mehreren Open Source Lizenzmodellen, hauptsächlich aber unter der GNU Public License. Das eigentliche Horde Framewerk steht seit der Version 2.0 unter der LGPL.
AtMail
AtMail gibt es als
- kostenlose Version –> AtMail Open Version 1.03
- kommerzielle Version –> AtMail Commercial 6.01 (ca. 250 EUR)
Auffällig ist hierbei der schon etwas krass zu nennende Versionsnummernunterschied und die deutlich bessere Feature-Ausstattung des kommerziellen Produktes.
Fazit
Welches der beiden Programme man zum Punktsieger erklärt, ist wohl nicht zuletzt eine finanzielle Frage.
- Berücksichtigt man nur die kostenlosen Varianten, so hat Horde die Nase vorn, da die AtMail Open Version einfach zu stark eingeschränkt ist.
- Wenn der finanzielle Aspekt keine Rolle spielt und man die kostenlose Hordeversion mit dem kommerziellen AtMail Produkt vergleicht, dann wird es nach der Gewichtung der einzelnen Programmhighlights gehen, welchem der beiden Programme man den Vorzug gibt.

